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STAR NEWS


Interview mit Stefan Kobel vom 28. August 2006



 
Stefan Kobel, Bronze-Medaillen-Gewinner an den Olympischen Spielen in Athen spricht über seine Gründe für den überraschenden Rücktritt und seine Zukunftspläne.

Coop Beachtour:
Steff, erstmals herzliche Gratulation zu der erneuten Medaille an der EM dieses Wochenende in Den Haag (Bronze). Eigentlich bist du jezt auf dem Zenit deiner Karriere, 5-facher Schweizermeister, in den letzen beiden Jahren Bronze in Athen, 2x Bronze EM und 1x Silber EM, dazu 1 World Tour und 1 Grand Slam Sieg.
Wieso trittst du nach der SM in Bern zurück?

Stefan Kobel:
"Vielen Dank! Der Zenit meiner Karriere ist doch schon etwas überschritten. Meine besten Jahre waren die Saison 2003 und die Olympiasaison 2004. Die Resultate lassen sich aber immer noch recht gut ansehen.
Mein Rücktritt mag für die einen etwas überraschend kommen, er ist aus meiner Perspektive aber sehr gut überlegt.
Ich fühle mich von den letzten 10 Jahren Leistungssport mental und körperlich ziemlich ausgebrannt. Das innere Feuer um mit letzter Konsequenz den sportlichen Erfolg anzustreben ist bei mir zu mager geworden. Ich sehne mich nach einer Veränderung und nach neuen Herausforderungen."


CBT:
Viele Leute verstehen nicht, warum du kurz vor der WM 2007 im eigenen Land und den Olympischen Spielen 2008 in Peking zurücktrittst.

Stefan Kobel:
"Ja, das sieht auf den ersten Blick auch ziemlich verrückt aus. Ich hätte grundsätzlich die WM in Gstaad gerne noch als Athlet miterlebt. Aus Rücksicht auf meinen langjährigen Beachpartner Patrick Heuscher standen aber nur 2 Varianten zur Diskussion. Entweder WM 07 plus Olympische Spiele 08 oder Rücktritt nach dieser Saison. Die WM ist für Patrick der wichtigste Schritt für die Qualifikation für Peking 2008 und zentral für eine gute Ausgangslage im Olympiaranking. Ich hätte also für Patrick noch die nächsten 2 ½ Jahre ein starker und 100% zuverlässigen Partner sein müssen. Meine eigenen Erwartungen, die Erwartungen von Patrick und natürlich die Erwartungen der Fans, des Umfeldes und der Medien zu erfüllen traue ich mir mit den geschilderten Abnutzungserscheinungen nicht mehr zu. Ich möchte mich auf keinen Fall 2 Jahre lang als unglücklichen Athleten von Turnier zu Turnier durchquälen müssen. Diese Grossanlässe muss man geniessen können, sonst erstickt man an ihnen!!"


CBT:
Und mit 32 Jahren bist du eigentlich körperlich und erfahrungsmässig auf dem Höhepunkt? Die Abnützungserscheinungen sind also im mentalen Bereich?

Stefan Kobel:
"Bei der Erfahrung hast du sicher recht. Meinen physischen Zenit habe ich aber bereits überschritten, das beweisen auch die Leistungstest in Magglingen. Ich bin auch verletzungsanfälliger geworden und kann im Kraftraum und zum Teil auch in den Sandtrainings nicht mehr ganz so hart trainieren, ohne mich zu verletzten. Das musste ich in den letzten 2 Jahren leider mehrere Male erfahren.
Abnutzungserscheinungen im mentalen Bereich sind unumstritten. Das innere Wettkampf-Feuer ist eher zu einer schwachen Glut geworden."



CBT:
Wie sieht deine berufliche Zukunft aus, stellst du dein enormes Wissen dem Schweizer Beach Volleyball Sport zur Verfügung?

Stefan Kobel:
"Ich werde mir die Zeit nehmen, das begonnene Sportmanagementdiplom an der ETH Zürich im Februar mit den letzten 2 mündlichen Prüfungen abzuschließen. Geplant ist auch die Absolvierung des Trainer Grundkurses von Swiss Olympic noch in diesem Herbst und dann der Start in den Diplomtrainerlehrgang.
Mit Swiss Volley sind die nötigen Gespräche geführt worden. Ich werde irgendeine Funktion als Trainer aber auch Aufgaben im funktionellen und organisatorischen Bereich übernehmen. Um das genau definieren zu können müssen aber zuerst die neuen Teamzusammensetzungen für die nächsten 2 Jahre feststehen."



CBT:
Steff, wir wünschen dir einen tollen Abschluss deiner Karriere an der SM in Bern!

Stefan Kobel:
"Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit auch beim Coop Beachtour-Team ganz herzlich für mehr als 10 Jahre Beachvolleyball in der Schweiz bedanken. Die Tour war ein wichtiger Baustein in meiner Karriere und auch für unsere internationalen Erfolge enorm wichtig. Danke und Let the Ball flying!"

zur Website von:
Heuscher-Kobel



 
Interview mit Stefan Kobel vom 15. Februar 2006

 
Der 32-jährige Bronzemedaillengewinner von Athen 2004 im Gespräch mit dem Coop Beachtour Newsletter.

Coop Beachtour:
Was macht eigentlich ein Beach Volleyballspieler, bzw. du und Patrick, von Oktober bis April, wenn keine Turniere stattfinden?

Stefan Kobel:
"Bis Ende Jahr ist Ferien und Erholung angesagt. In dieser Zeit versuche ich mich mit anderen Sportarten wie Tennis, Badminton, Fussball, Indoorvolleyball etwas fit zu halten. Wenn guter Schnee liegt, kommt auch das Skifahren nicht zu kurz. Ab Januar geht dann jeweils das Beachtraining in den heimischen Beachhallen wieder los. In dieser Vorbereitungsphase steht auch ein gezielter Kraftaufbau mit Hanteln im Vordergrund. Im März/ April verreisen wir nach Brasilien um bei perfekten Trainingsbedingungen den Grundstein für die kommende Saison im spielerischen Bereich zu legen."


CBT:
Das Brasilien die Nr. 1 Nation bei den Damen und Herren im Beach Volleyball Sport ist, hat sicher auch damit zu tun, dass in Brasilien das ganze Jahr Turniere auf hohem Niveau gespielt werden können. An insgesamt 176 Herren FIVB Turnieren (seit 1987) erreichte BRA 281 Podestplätze, USA 80 und an dritter Stelle folgt bereits die Schweiz mit 42 Podestplätzen, bei den Damen bei insgesamt 144 Turnieren BRA 196 Podestplätze, USA 143 und die Schweiz an 12. Stelle mit 1 Podestplatz (3. Platz Kuhn-Schnyder in Japan 2004). Mit dem Beach-Nations-Cup (Indoor Beach Volleyball, anfangs Februar in Berlin, www.beach-nationscup.com) wird versucht, den europäischen Spitzenteams im Winter eine Wettkampfmöglichkeit zu bieten. Wie kommt dies bei den Zuschauern und Spielern an?

Stefan Kobel:
"Die Zuschauer sind wirklich nicht in grossen Scharen in die herrlich, eingerichtete Beachhalle geströmt. Schade eigentlich, denn von den Fun-Girls über DJ bis hin zu Palmen und hoch stehenden Spielen war alles bestens hergerichtet und organisiert. Für uns Spieler wären solche Turniere eine ideale Abwechslung zum Trainingsalltag und der internationale Wettkampf würde sicher die Professionalität und die Qualität der Spieler noch steigern.“


CBT:
Vor 2 Tagen hast du deinen 32. Geburtstag gefeiert. Was sind nach 5-SM-Titel, 1 Vize-EM-Titel und der Bronze Medaille an den OS in Athen noch deine sportlichen Ziele?

Stefan Kobel:
"Was bin ich noch so jung? Ich habe mich entschlossen zusammen mit Patrick bis zu den Sommerspielen 2008 so professionell und erfolgreich wie möglich Beachvolleyball zu spielen. Ziel ist es an den grossen Wettkämpfen wie Grand Slams, Europameisterschaft, WM 07 in Gstaad und der Olympiade in Peking bei der Medaillenvergabe mitreden zu können. Ich bin motiviert alles daran zu setzen, dass ich in diesen 3 Saisons an die Leistungen der vergangenen Jahre anknüpfen kann. Natürlich ist meine Gesundheit sehr entscheidend, damit ich all meine Ziele und Herausforderungen meistern kann“.


CBT:
Und was sind deine privaten Ziele?

Stefan Kobel:
"Das gewonnene Preisgeld reicht leider nicht dazu aus, dass ich nach meiner Sportkarriere das Leben ohne zu arbeiten geniessen kann. Daher beschäftige ich mich langsam aber sicher auch mit der Karriere nach dem Sport. Heiraten und Familienplanung ist in meiner Prioritätenliste auch gestiegen.“


CBT:
Stefan, vielen Dank für das Gespräch.

zur Website von:
Heuscher-Kobel



 

 
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